Windräder müssen nachts abgeschaltet werden

21. Dezember 2016 17:22 Uhr

SCHUTTERTAL

Ab sofort werden drei Windräder nachts
abgeschaltet
Neue Messungen haben ergeben, dass die Immissionsrichtwerte an einigen
Orten nicht eingehalten werden: Daher werden drei der sieben
Windenergieanlagen des Bürgerwindparks Südliche Ortenau ab sofort
nachts abgeschaltet.
Drei der sieben Windenergieanlagen des Bürgerwindparks Südliche Ortenau werden
ab sofort nachts abgeschaltet. Das hat das Landratsamt des Ortenaukreises am
Mittwoch mitgeteilt. Die übrigen vier Anlagen werden im Nachtzeitraum (22 bis 6
Uhr) nur im schallreduzierten Modus betrieben. Damit ziehen die Betreiber des
Windparks Konsequenzen aus der ersten qualifizierten Messung durch ein
unabhängiges Sachverständigenbüro Mitte November. Seit Inbetriebnahme des
Windparks hatten Anwohner bis zuletzt wiederholt über Lärm geklagt.
Wie ein Kompressor höre sich der Lärm an, der von den Windkraftanlagen ausgehe,
sagte eine Anwohnerin aus dem Regelsbach gegenüber der BZ. Nichts habe sich
Drei der sieben Windräder werden nachts nun komplett abgeschaltet, bis die
Lärmursache behoben ist.

„Mit der freiwilligen Betriebsbeschränkung erübrigt sich die Notwendigkeit einer

Anordnung durch die Genehmigungsbehörde“ durch den schallreduzierten Betrieb verändert, der im November angeordnet worden war, sagte eine weitere Anwohnerin. Nun haben laut Pressemitteilung desLandratsamts die Betreiber des Windparks – Green City Energy und die Ettenheimer Bürgerenergie – die Messergebnisse eines unabhängigen Sachverständigenbürosausgewertet und sich eine freiwillige Betriebsbeschränkung auferlegt.
„Mit der freiwilligen Betriebsbeschränkung erübrigt sich die Notwendigkeit einer Anordnung durch die Genehmigungsbehörde“, wird Julia Morelle, Leiterindes Amts für Gewerbeaufsicht und Immissionsschutz beim Landratsamt Ortenaukreis, in dem Pressetext zitiert. „Wir haben dem zugestimmt und folgen der Auffassung des Sachverständigen, dass mit den nun eingeleiteten Maßnahmen die Richtwerte auch unter Berücksichtigung der aktuell noch nicht erklärbaren Ursachen eingehalten werden“, so Morelle. Die Bürgerinitiative Pro Schuttertal hatte in einer E-Mail an das Landratsamt jüngst wiederholt gefordert, den Betreibern die
Betriebserlaubnis zu entziehen.
Lärmursache weiter unklar
Eine Messung des Landratsamts von Anfang November hatte ergeben, dass die im
Genehmigungsverfahren prognostizierten nächtlichen Lärmwerte deutlich
überschritten worden waren. Sogenannte Impulshaltigkeiten, von Bürgern in ihren
Beschwerden teilweise als „Wummern“ beschrieben, habe die qualifizierte Messung
hingegen nicht feststellen können, heißt es in der Mitteilung. „Die Messung des
Sachverständigenbüros zeigte aber vor allem, dass die in der
immissionsschutzrechtlichen Genehmigung festgeschriebenen Immissionsrichtwerte
an einigen Immissionsorten nicht eingehalten werden“, so Julia Morelle.
Nur zu Messungen ist nächtlicher Betrieb zulässig
Ausschließlich zur messtechnischen Ursachenermittlung würden einzelne oder auch
alle Anlagen punktuell nachts betrieben werden. „Die jetzigen
Betriebsbeschränkungen gelten ab sofort und entfallen erst, wenn durch einen
messtechnischen Nachweis einer amtlich benannten Messstelle die Einhaltung der
Immissionsrichtwerte durch den gesamten Windpark nachgewiesen worden ist“,
ergänzt Julia Morelle.